"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen", so heisst es doch schon seit alt hergebrachten Zeiten und das will ich dann auch gleich tun.Unsere Reise begann am 16.05. 2009 und endete am 23.05.2009, diese Zeit verbrachten wir in Irland.
Wir hatten im Internet nach einer Unterkunft geschaut und uns hat das "Withe Cottage" gefallen, also buchten wir bei Barry Collins.
Das Mietauto konnte man auch schon vorab buchen, wir haben uns für Europcar entschieden, die uns preislich sehr ansprechend erschienen.
Nun kam noch das schwierigste der Sache, die Buchung des Hin- und Rückfluges. Mein Schatzeli hat das alles per Internet erledigen können, ist schon toll wie ich finde.
Abflug war vom Flugplatz Basel/Mulhouse - Dublin mit der Ryanair, der Rückflug von Dublin - Zürich mit der Aer Lingus.
Wir wurden von der Schwester Christian's gebracht und auch wieder nach Hause gefahren.
Nun, der Tag kam und wir kamen voll Erwartungen auf dem Flugplatz in Basel an, wir checkten ein, alles toll nach Plan und dann kam es! Beim Zoll wurde mein Christian an die Seite gebeten und ich dachte ich bekomme einen Herzanfall: "Nein! Nicht schon wieder!" Vor 7 Jahren wollten wir diese Reise ja schon einmal machen, leider ist sie daran gescheitert, dass der Pass von meinem Christian nicht mehr gültig war. Nun sah ich unsere Reise schon wieder vor meinem geistigen Auge davonfliegen.
Der Zollbeamte meinte, Christian habe in der Schweiz noch eine Parkbusse offen, die er bezahlen müsse, oder er könne nicht fliegen. Es blieben übrigens noch 15 min bis Abflug!
Mir stand schon das Wasser in den Augen, der Zollbeamte und Christian verschwanden und ich bekam Schweissausbrüche.
Wir haben es gerade noch geschafft!
Um es gleich zu sagen:" ich hasse fliegen!" Die Landung war sehr hart, aber wir sind heil runter gekommen. Ein Chuttlebus brachte uns dann auch gleich auf das 10 min entfernte Gelände der Autovermietungen. Hier lief alles schnell und ohne Komplikationen ab. Wir hatten einen Chevrolet in Silber metallic. Toll, eine Karte war auch dabei! Nach einigem Suchen, fanden wir dann auch die passende Autobahn, die uns nach Oughterard bringen sollte ins Withe Cottage. Die Fahrt dauerte 3 Stunden. Wir haben das Dörfchen gut gefunden und ääähm ja also- mein Schatzeli wieder!!!!! Wir hatten die Adresse, die Buchungsausdrucke für den Rückflug alles fein säuberlich in eine Mappe gelegt, die mein Herz dann bei der Autovermietung hatte liegen lassen!!!! Hmm wir wussten noch den Namen des Vermieters Barry Collins, also haben wir in einem Fischereiladen danach gefragt- nicht bekannt.
Dann ist Christian in eine kleine Pension und da konnte Christian den PC benutzen, um in seine Mails zu schauen, leider hatten die dort keinen Drucker, aber die Dame hat gleich bei Barry angerufen und so bekamen wir noch eine Gratiswegbeschreibung.
Uns erwartete ein verschnörkeltes Eisentor und ein langer mit Kies bedeckter Weg und dann sahen wir es, unser Cottage! Die Aussicht auf den Lough Corrib war fantastisch!
Der Schlüssel lag unter der Matte und voll Erwartung gingen wir ins Haus. Ohhhhh war das schön! Zum Frühstück der Blick auf den See, einfach himmlisch. Wir hatten ja das ganze Haus für uns allein, da Christians Vater und Schwester nicht mitgekommen waren, wie ursprünglich geplant, also schauten wir uns alle drei Schlafzimmer an, probierten die Betten und entschieden uns für ein Doppelbett mit Blick auf den See. Alle hatten eigene Bäder mit Duschen, nun will ich dazu sagen, und das wusste Christian schon von seinen Irlandreisen vor 10 Jahren, der Wasserdruck ist nicht so der Hit, sodass wir uns am 2. Tag für ein anderes Bad entschieden mit Boiler, da konnte man die Temperatur gut einstellen.
An dieser Stelle möchte ich vielleicht noch anmerken, wer Luxus und Sonne in seinen Ferien braucht, ist hier in Irland fehl am Platz. Die Menschen hier leben einfach und naturbelassen. Die Sonne wird oft unterbrochen von Regengüssen, die Temperaturen lagen bei uns zwischen 12 und 16 Grad am Tag. Wir man auf den Bilder sehen wird, waren wir in Jacken und ich habe mir sogar noch einen Schal gekauft im Wollmuseum in Leenane.
In Irland findet man überall, sogar teilweise noch in der Stadt, Mauern die aus Steinen geschichtet worden sind, oft sogar ohne Mörtel befestigt. Die Felder und Wiesen sehen durch diese Mauern aus wie Parzellen.
Freizeitbeschäftigungen sind vor allem fischen, golfen, wandern und reiten. Es hat einige sehr gepflegte Golfplätze, an einem sind wir täglich vorbeigefahren und mich hat immer erstaunt, dass die Golfer bei jedem Wetter ihre Bälle geschlagen haben.
Wenn man im Ort Leute mir Schirmen sieht, sind das auf jeden Fall Touristen, denn die Irländer schlagen höchstens die Kaputze hoch lach.
Wer fischen will, kann ein Boot mieten und auch das andere Zubehör wie Angel und Fliegen usw. Unser Nachbar hatte einen Bootsverleih und wir konnte jeden Morgen die Boote rausfahren sehen und abend zurück kommen. Der Preis pro Tag liegt um die 60 Euro.
Hier ist mit der Währungsunion auch eine radikale Preissteigerung erfolgt, kostete vor 10 Jahren eine Nacht BB um die 20 Euro, so ist es heute das Doppelte.
Wenn man durch das Land fährt, sieht man sehr viele Schafe, Pferde, Kühe, wunderschöne Cottages, aber auch armseelige Hütten. Das Land ist grün wohin man schaut, das Wetter ist für die Vegetation einfach günstig. Wir haben herrlich grosse Büsche gesehen, so Rhodedendron und Fuchsien.
Was mir als Tierliebhaber einige Male fast einen Herzinfarkt verursacht hat, ist dass man auf einer vielbefahrenen Strasse, die für 100Km/h freigeben ist, mal 2 oder 3 Schafe am Rand freilaufen sieht. Auf der Rückreise nach Dublin sind uns mitten auf der Strasse 2 ausgebüchste Pferde begegnet und es hatte starken Gegenverkehr, alle fuhren zwar dann langsam...
aber mir stand fast das Herz still, zum Glück sind sie dann auf ein Grundstück gelaufen.
Hunde laufen mitten im Ort auch mal über die Strasse, was mich fast hysterisch werden liess.
Aber nun will ich weiter erzählen von unserem ersten Tag.
Da wir Selbstversorger waren, mussten wir erst einmal in den Ort und einkaufen. Christian kannte noch allerhand von seinem Aufenthalt von vor 10 Jahren. Den Spar gab es immer noch und den steuerten wir dann auch gleich an.
Ein anschliessender Spaziergang und abendliches Essen im Pub rundeten den ersten Tag ab.
Am 2. Tag schauten wir uns die vielen Flyer an, die uns der Vermieter ins Cottage gelegt hatte und machten einen Plan, was wir uns alles ansehen wollten.
Das erste war natürlich Galway, die Stadt, die den Meissten von Irland ein Begriff ist. Sie steht für Spass in den Pubs mit Lifemusik. Wir wollten einen ganzen Tag bleiben, erst die Altstadt erkunden und abends die Pubs unsicher machen. Es gab viel zu sehen, so unter anderem die Kathedrale, wo wir auch unser Auto abstellten, um es problemlos wieder zu finden.
Um es kurz zu machen, nach 5 Stunden laufen, wollten meine alten Beene nicht mehr, da halfen auch keine Pausen mit Getränk vor dem Pub mehr, also kam Plan B zum Einsatz, nach Hause und am nächsten Tag abends noch mal los. Von Oughterard nach Galway waren es ja nur 30 min mit dem Auto.
Für den 3. Tag hatten wir uns mal ein echt einheimisches Frühstück vorgenommen, also rein ins Dörfchen und ins Pub. Ihr kennt einen Pub? Man sitzt an der Bar oder auf gemütlichen Sesseln oder Sofas.
Man nennt das Bar food, denn es ist in dem Sinn kein Restaurant, sondern man isst an niedrigen Tischen.
Um das auch richtig auszukosten, entschieden wir uns für ein Full irish Breakfeast, das heisst es gab Toast, Butter, eine Art Blut- und Leberwurst, die gebraten wurde, ein Spiegelei ein kleines Bratwürstchen, weisse Bohnen und Garnitur. Hmm das war lecker!
Na und abends sind wir wieder nach Galway und wurden mit viel Lifemusik belohnt. Bei den Iren ist es normal, dass einfach mal einer aufsteht, etwas singt oder spielt.
In den Touristengebieten gibt es aber heute auch oft schon angekündigte Musiker, so wie auch in Galway, aber in dem einen Pub kam einfach ein Mann rein, sprach kurz mit den Musikern und holte 2 Löffeln aus der Tasche, setzte sich dazu und spielte mit, ganz toll!
Bei einem Event kamen wir fast nicht mehr ins Pub rein, so voll war es, nur noch Stehplätze! Alle standen wie die Heringe in der Dose mit ihrem Guinness in der Hand. Ich hatte aus diättechnischen Gründen nur einmal eins genommen , sonst nur Mineralwasser, was man hier als Sparkle water verlangt, damit Kohlensäure drin ist und wenn man kein grosses Guinness will, sollte man one glas a guinness verlangen.
Wir kamen spät und glücklich wieder im Cottage an und schliefen wie die Babys.
Der nächste Tag war nun auch wieder voll nach Birgit's Geschmack, denn in der Gegend gab es ein Gartenprojekt zu bestaunen: " Brigit's Garden" www.brigitsgarden.ie, wer mal schauen mag. Ich war begeistert! Als Gartenfan habe ich viele Anregungen mit nach Hause genommen. Im Restaurant wurden wir super versorgt. Ein ganz herrlicher Tag und fast kein Regen lach
Für den vorletzen Tag hatten wir uns wieder eine grosse Tour ausgesucht, es sollte ins Wollmuseum nach Leenane gehen. Das liegt nicht weit von Westport und diesel direkt am Nordatlantik.
Das Museum haben wir super gefunden und haben uns angeschaut, wie damals die Schafe noch per Hand geschoren wurden, die Wolle gesponnen und dann verstrickt oder verwebt worden ist. Gefärbt hat man mit natürlichen Materialien, wie Rote Beete oder Zwiebelschalen im Shop gab es dann auch viele wunderschöne typisch irishe Strickwaren zu kaufen.
Die Muster sind auch sehr speziell. Auch der Preis war recht annehmbar von 40- 60 Euro für einen Pullover. Ich habe mir , wie oben schon erwähnt einen Schal gekauft, denn bei dem Wind hatte ich bischen Halsweh bekommen und so kam mir der gerade recht.
Nach 2 Stunden hatten wir hier alles gesehen und ab ging es nach Westport. Hui hier wehte aber ein Windchen! Direkt am Atlantik. Wir sind spazieren gegangen, haben fotografiert und uns dann fürs Essen ein schönes Pub gesucht.
Alles war wir in den Pubs bestellt hatten, war ausnahmslos wunderbar und hat vortrefflich geschmeckt. Inzwischen können sie auch tolle Pommes machen, die hier Chips heissen und wie dicke Pommes aussehen. Als Christian das erste Mal in Irland war, gab es nur labberige Pommes und matschiges Gemüse.
Ja da hat sich auch alles geändert.
Abends haben wir uns dann mal ein paar Steaks in die Pfanne gehauen und die Beine hochgelegt und fern gesehen. Ich habe zwar nichts verstanden, aber es waren so Sendungen, die man auch ohne Englischkenntisse verstehen konnte.
Am letzten Tag haben wir noch in Oughterard das Aughnanure Castle besichtigt. Ich war begeistert und fühlte mich wie ein Burgfräulein hihihi nur mit den sanitären Anlagen wäre ich nicht klar gekommen, denn da stellte man sich einfach in eine Niesche und liess alles laufen und fallen und unten vor der Burg stand ein Karren der alles auffing.
Auch hierzu habe ich eine Internetadresse zum Schauen und Lesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Aughnanure_Castle
Der nächste Tag war der Abreisetag, wir mussten früh um 5 Uhr aufstehen, nahmen unser letztes Frühstück ein und machten uns dann auf den Weg nach Dublin. Auto abgeben und dann einchecken. Mit der Air Lingus ging es dann bis Zürich wo wir von unserer Nichte und Freund abgeholt wurden.
Ich hoffe meine kleine Reisebeschreibung gefällt euch und ich konnte einige neugierig machen auf ein wunderschönes grünes Land.


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